Am Anfang war Ich. Ein ich in meinem Kopf. Ich, das meine, beschloss der Welt mitzuteilen, dass es Ich gibt. Guten Tag, hier ist Ich!
Eigentlich hat das Ich heute was ganz Anderes zu tun, auch einen Blog verfassen, aber eben nicht für das persönliche Ich, sondern für das professionelle. Ich hat aber Kopfschmerzen und muss erst warmlaufen. Warum der Kopf schmerzt ist unklar, vielleicht eine Erkältung die Ich, aus unerfindlichen Gründen bei 28 Grad Aussentemperatur befallen hat. Ihr seht, das Ich nimmt sich selber sehr wichtig. Das wiederum beruht auf einer gewissen Langeweile, dem Missen einer wirklichen Herausforderung, vorausgesetzt man zählt das Erlangen von Arbeitslosengeld nicht zu den wirklichen Herausforderungen des Lebens. Ha, hier stockt der Leser! Ist sie etwa Arbeitslos??? Ein Schmarotzer vielleicht? Nein liebes Volk, bin ich nicht. ICH BIN KÜNSTLERIN! Das ist absolut unvergleichbar mit herkömmlicher Arbeitslosigkeit. Ich verdiene zwar nix, arbeite aber die ganze Zeit. Wirklich. Wenn ich nicht schreibe, denk ich mir Projekte aus, wenn ich das nicht tue, male ich, wenn ich nicht male, komponiere ich und das alles stresst total! Zwischendurch habe ich sogar bezahlte Jobs, dann bin ich Schauspielerin- und nein, leider Gottes nicht bekannt- danke- ich gewöhne mich daran! Für das Gefühl nicht ganz nutzlos zu sein wird noch gekellnert, obwohl das für einen Künstler so befriedigend ist wie Sex mit einem Taschenwärmer. Fragt mich jemand. was ich so mache, sage ich am liebsten "ich bin Hausfrau und Mutter", dass schockt total und ist immer wieder ein Vergnügen mit anzusehen. Ein Mensch der sich nicht selbst verwirklichen will! Oh Gott, die Arme! Seit ich blond bin denken die Leute zusätzlich, ich sei dumm. Das erhöht das Mitleid, denn natürlich kann ich Dummchen gar nichts dafür, dass ich gerne putze. Das liegt ja in meinen Genen. Seit ich blond bin, guckt mich auch jeder Kerl an. Selbst die Schwulen (das allerdings könnte auch an den kurzen Haaren liegen, den laut meines Vaters sehe ich aus wie ein Junge). Haarfarben verändern das Ich. Und ein bißchen die Welt. Bisher hat es leider die Jobsituation nicht geändert, denn das ist mein wirkliches Bestreben- das erinnert mich daran, dass eigentlich mein professionelles Ich schreiben sollte. Nun denn, soviel für den Anfang, soviel vom ich. Hallo hier ist ich.
Mittwoch, 29. Juli 2009
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